Starke Holzgerlinger Turnerinnen

An den beiden letzten Wochenenden gingen die stärksten und die jüngsten Ligaturnerinnen der SpVgg Holzgerlingen an die Geräte. Vor einer Woche startete die Nachwuchsliga des Schwäbischen Turnerbundes mit ihrem ersten Wettkampf. Das Reglement ist anspruchsvoll und orientiert sich an den Anforderungen der Landes- bis Oberliga. Zugelassen sind die Jahrgänge 2006-2008 (9-11 Jahre). Die Holzgerlinger Mannschaft wurde von Gastturnerinnen Nele Brey und der 9-jährigen Merle Halbisch vom VfL Kirchheim und Katharina Goldammer vom TSV Sielmingen unterstützt und war mit Abstand die jüngste Mannschaft (nur 9-10 jährigen Turnerinnen). Für die meisten Turnerinnen war es auch der erste Mannschaftswettkampf. Dementsprechend waren die Mädels ein wenig nervös, die Stimmung dennoch und die eigens für Holzgerlingen gefertigten Turnanzüge neu. So konnte es losgehen. Der Stufenbarren – das Paradegerät der 10-jährigen Meolie Jauch – war das erste Gerät. Nach einer starken Eröffnung durch die jüngste Turnerin Merle konnte Holzgerlingen dieses Gerät fast fehlerfrei mit 27,8 Punkten gegen die starke Konkurrenz aus Berkheim und Ulm für sich entscheiden und Meolie holte sogar die Tageshöchstwertung – starke 11,1 Punkte. Danach ging es zum Schwebebalken. Auch hier bewahrte die Mannschaft einen kühlen Kopf und konnte mit nur einem Sturz, der nicht in die Wertung kam, und 34,55 Punkten dieses Gerät ebenfalls für sich entscheiden. Alle Turnerinnen erhielten 11er Punktzahlen und machten dieses Gerät dem Vorbild des deutschen Nationalteams folgend zu ihrem stärksten Gerät. Meolie turnte 11,65P, Coco Baur 11,5P, Nele Brey 11,4P und Lena Körber 11,25 Punkte, wobei sie einen Abzug von 0,5 Punkten für die nicht angerechnete Sprungkombination hinnehmen musste. Es folgte der Boden. An diesem Gerät haben die älteren Turnerinnen deutliche Vorteile, da sie schon schwierigere Elemente, wie z.B. Schraubensalti, zeigen können. Trotz sauber geturnter Übungen mussten die Holzgerlinger (33,4P) sich an diesem Gerät Berkheim (37,45P) und auch knapp Ulm (33,75P) geschlagen geben. Am letzten Gerät wurde noch einmal alles gegeben und das Team konnte dieses Gerät wieder mit dem zweitbesten Sprung von Meolie (11,7P) und gefolgt von Katharina (11,65P) und Coco (11,05P) für sich entscheiden. In der inoffiziellen Mehrkämpferinnenwertung platzierten sich alle 4 Vierkämpferinnen unter den ersten 10 Turnerinnen, Meolie wurde 3. (45,35 P), 5. Katarina (42,25P), 7. Coco Baur (41,45P) und 9. Nele Brey (40,45P). Leider war der Punkteverlust am Boden zu hoch. So reichte es am Ende mit 130,15 Punkten hinter Berkheim (133,25P) und vor dem SSV Ulm (126,85P) für einen grandiosen, unerwarteten, aber wohl verdienten 2.Platz. Trainerin Anke Kier: „Wir sind mit dem Anspruch in den Wettkampf gegangen, zu zeigen was wir können und dann einmal zu schauen, wsa dabei rauskommt. Das es nun der 2. Platz ist, damit habe ich nicht wirklich gerechnet und es freut mich riesig für die Mädels, die so fleißig trainiert haben.“ An diesem Wochenende findet der 2. Wettkampftag der Nachwuchsliga um 10:50 Uhr in Gäufelden-Nebringen statt.

Coco am Stufenarren
Lena am Schwebebalken
Meolie beim Flick-Flack am Schwebebalken
Die Nachwuchsliga von links: Nele Brey, Katharina Goldammer, Merle Halbisch, Lena Körber, Meolie Jauch, Coco Baur und Trainerin Anke Kier

Am Sonntag fand der 2.Wettkampftag der 2.Bundesliga der Frauen in Heidenheim statt. Für die älteren Holzgerlinger Turnerinnen, die für den SB Heidenheim in der 2. Bundesliga an den Start gehen, also so etwas wie ein Heimwettkampf. Nach dem ersten Wettkampftag lag das Team knapp hinter Dresdner SC, SSV Ulm und TSV Berkheim auf dem 4.Platz. Die Aufstellung für diesen Wettkampf war schwierig, da viele Turnerinnen verletzungsbedingt gar nicht oder nur mit reduziertem Programm an den Start gehen konnte. Auch diese Mannschaft musste am Stufenbarren beginnen. Vielleicht doch in gutes Omen? Als erste Turnerin eröffnete Muriel Romero Asensio den Wettkampf. Nach ihrem Kreuzbandriss hatte Muriel ihren ersten Einsatz in der Bundesliga. Mit starken Nerven legte sie eine saubere Übung vor, bei der ihr jedoch die wertvolle 10 eine magische Grenze an diesem Gerät verwehrt blieb, da sie nach der Riesenfelge mit 1/1 Drehung am unteren Holm anschlug, was mit minestens 0,5 Punktabzug geahndet wird. So erreichte sie mit 9,75 Punkten das zweitbeste Ergebnis hintr Nicole Fritz (10,25 P) für die Mannschaft und einen starken 10. Platz an diesem Gerät. Für die Mannschaft hieß es erst einmal sich nach diesem Gerät (38,35 P) hinten einzureichen, da die Mannschaften am Stufenbarren die niedrigsten Punktzahlen erturnen. Am Schwebebalken gingen dann zwei Holgerlinger Turnerinnen an das Gerät. Tamea Friedl, durch eine Urlaubsverletzung in der Vorbereitung ein wenig eingeschränkt zeigte Nerven und kassierte nach einem schönen Start zwei Stürze. Für die Mannschaft ein harter Schlag, da es auf dieser Leistungsebene keine Streichwertungen mehr gibt und das Ergebnis (8,5 P) voll in das gewöhnlich starke Gerät der Heidenheimer einfloss. Tabea Preisendanz turnte ihr Paradegerät ein klein bisschen wackelig nach den Stürzen ihrer Teamkameradin fehlerfrei durch und erhielt mit 11,4 Punkten die sechstbeste Wertung an diesem Gerät. Ihre Teamkameradin Nicole Fritz vom TB Heidenheim erhielt mit 11,95 Punkten die gleiche Wertung wie die mehrmalige WM und Olympiateilnehmerin Oksana Chusowitina, die für den VfL Kirchheim an den Start ging. Am Ende erreichte das Team am Schwebebalken den 2.Platz mit 42,25 Punkten. Doch in der Gesamtwertung stand die Mannschaft noch immer auf Platz 7. Weiter ging es am Boden. Zum ersten Mal startete Tabea Preisendanz in der Bundesliga am Boden und holte nach einer schönen Bodenübung mit 11,0 Punkten die beste Wertung für das Heidenheimer Team. Sarah Nolle vom SV Böblingen, die diese Saison auch für den TB Heidenheim an den Start geht, griff hier erstmals in das Wettkampfgeschehen ein. Verletzungsbedingt konnte sie ihren Doppelsalto nicht zeigen, konnte aber dennoch ordentliche 10,75 Punkte für das Teamkonto beisteuern. Am Ende reichten 42,65 Punkte für Platz 4 an diesem Gerät, doch an Platz 7 in der Gesamtwertung änderte sich nichts. Das letzte Gerät der Sprung ist noch einmal ein starkes Gerät der Heidenheimer. Die Turnerinnen brauchen starke Nerven, da jede nur einen Versuch hat und es ja keine Streichwertung gibt. Die Mädels lieferten sauber ab: Nicole 12,85 P, Tabea 12,65 P, Tamea 12,3 P und Sarah Nolle 12,05 Punkte. Am Ende reichte die geschlossene Mannschaftsleistung des Teams, welches sich nach dem Balken keinen Fehler mehr geleistet hat, vor heimischer Kulisse mit 173,1 Punkten für den überraschenden 3.Platz hinter SSV Ulm (177,8 P) und TT Unterhaching-Ries (175,5 P) und vor dem Dresdner SC (169,9 P). Das Trainerteam um Judith Schneider, Anke Kier und Andreas Zeile war sprachlos und freute sich einfach mit den Turnerinnen. Nach 2 Wettkampftagen liegt der SB Heidenheim mit den gleichen Platzierungspunkten, aber der schlechteren Gesamtpunktzahl, auf dem 4.Platz. Der letzte Wettkampf findet am 11.11. in Dresden statt. Das Rennen um Platz 3 ist eng, der Abstand nach unten komfortabel, aber nicht sicher.

Bilder: Georg Hrivatakis

Das Team des SB Heidenheim mit den drei Holzgerlinger Turnerinnen Tabea, Tamea und Muriel
DTL 2 Bundesliga 2WK Heidenheim
DTL 2 Bundesliga 2WK Heidenheim
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